Ein starker Industriestandort Oberösterreich braucht auch eine leistungsfähige Wasserstraße
Neue Logistik-Strategie muss Weckruf für die Wasserstraße Donau werden – derzeit niedrigere Marktanteile der Donau. Die OÖVP sieht in der Mitte Juni von Verkehrsminister Peter Hanke präsentierten Logistik-Strategie für Österreich einen wichtigen Ansatzpunkt für eine Aufwertung der Wasserstraße Donau. „Unser Ziel ist es, ein klimaneutraler Wirtschaftsstandort zu sein.
Dafür kann die Donau als energieeffizienter Transportweg eine wichtige Rolle spielen. Mit neuen Antriebstechnologien wird dieses Potenzial in Zukunft noch größer“, betont OÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger. Nun brauche es klare Impulse des Verkehrsministeriums für die Donau, die Hafenanlagen und multimodale Umschlagplätze in Oberösterreich.
Marktanteile der Donau stark unter Druck
Die Zahlen der Statistik Austria zeigen deutlichen Handlungsbedarf: Der Anteil der Wasserstraße an den Gütertransporten im Donau-Korridor liegt derzeit bei nur sieben Prozent. Der Lkw kommt auf 65 Prozent, die Schiene auf 28 Prozent. Auch die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ist aus oberösterreichischer Sicht ernüchternd. Besonders deutlich gingen die Schiffstransporte bei Importen aus den Niederlanden, Belgien und mehreren osteuropäischen Ländern zurück. Bei den Exporten sind vor allem Deutschland, Serbien und Bulgarien betroffen.
Auch aus Klimasicht spricht vieles für den Ausbau der Wasserstraße:
- Laut dem Wasserstraßenbetreiber viadonau kann ein Schiff mit derselben Energiemenge rund 370 Kilometer zurücklegen.
- Ein Lkw dagegen nur etwa 100 Kilometer.
- Ein Schubverband mit vier Leichtern transportiert bis zu 7.000 Tonnen Fracht und ersetzt damit rund 280 Lkw-Fahrten.
Neue Chancen durch veränderte Güterströme
Für Hiegelsberger liegt die größte Herausforderung nun darin, die Donau auf neue Anforderungen auszurichten. „Studien zeigen, dass klassische Massengüter künftig zurückgehen werden. Gleichzeitig steigen die Potenziale etwa beim Transport von Lebensmitteln, Metall, chemischen Produkten, Schwerlasten, Containern oder Abfällen. Dazu kommen die Pläne der EU, Binnenwasserstraßen und Häfen stärker sicherheitspolitisch zu nutzen. Diese Entwicklungen müssen jetzt in die Weiterentwicklung der Donau und ihrer Häfen einfließen.“ Auch bei den Antriebstechnologien zeichnet sich ein Wandel ab. Als Zukunftslösungen gelten unter anderem synthetische Kraftstoffe, Wasserstoff, Methanol, Ammoniak, Brennstoffzellen und elektrische Antriebe.
Ennshafen als Leitprojekt
Im neuen Mobilitätsleitbild Oberösterreich 2035 ist der Ennshafen als zentrales Leitprojekt entlang der Donau verankert. Ziel ist die Weiterentwicklung zu einem modernen, nachhaltigen Logistikstandort mit leistungsfähigen Bahnanschlüssen, Wasserstoff-Infrastruktur, Landstromversorgung und digitalisierten Hafenabläufen. Auch die Klima- und Energiestrategie des Landes setzt auf Forschung und Entwicklung im Bereich automatisierter Umschlag- und Transporttechnologien.
