Oberösterreich Zukunft geben

Die Herausforderungen des Jahres 1945 waren enorm, die Probleme schienen übermächtig: Es galt ein stabiles demokratisches System aufzubauen, Rechtssicherheit herzustellen, die Menschen zu ernähren und ihnen Wohnungen und Arbeit zu geben. Das alles unter schwierigsten Umständen. Politik war überall zugleich gefordert, mit Worten und Taten. Gemeinsam mit anderen Männern der ersten Stunde – wie den Landesräten Johann Blöchl, Felix Kern, Dr. Franz Lorenzoni, Jakob Mayr, Dr. Franz Schütz, Hermann Kletzmayr und Theodor Pritsch sowie den Landtagspräsidenten Peter Mandorfer und Matthias Hödlmoser hat Heinrich Gleißner es verstanden, Oberösterreich ein Fundament für die Zukunft zu geben.

Zusammenarbeit

Gleißner wusste eines: die riesigen Probleme des Wiederaufbaus lassen sich nur in konsequenter Zusammenarbeit aller demokratischen Parteien lösen. Das schloss politische Diskussionen und Auseinandersetzungen nicht aus. Wahlkämpfe zum Beispiel wurden mit Härte und deutlichen Worten geführt. Der Gesprächsfaden riss aber nie, man konnte auf die Handschlagqualität der Partner aus den anderen demokratischen Parteien vertrauen. Dr. Heinrich Gleißner hat diese Politik der loyalen Zusammenarbeit geprägt. Er genoss das Vertrauen aller Parteien: sowohl 1945 als auch 1949 wurde er einstimmig vom Landtag zum Landeshauptmann gewählt. Von 1945 bis 1949 wurden sowohl im Landtag als auch in der Landesregierung alle Beschlüsse einstimmig gefasst, obwohl die ÖVP in beiden Gremien eine klare Mehrheit hatte. Dieses Konsensklima war der Rahmen für die erfolgreiche Politik der Jahre 1945 bis 1955.

Das österreichische "Hoamatland"

Heinrich Gleißner war mit Leib und Seele Landeshauptmann von Oberösterreich. Er glaubte an dieses Land und suchte den direkten Kontakt zu seinen Menschen wann immer es ging. So war es nur logisch, dass er wesentlich dazu beigetragen hat, dass Oberösterreich eine Landeshymne erhält: 1952 wurde das „Hoamatland“ nach den Worten von Franz Stelzhamer und der Musik von Hans Schnopfhagen zur oö. Landeshymne erklärt. Als begeisterter Oberösterreicher war Gleißner auch ein konsequenter Kämpfer für den österreichischen Föderalismus. Österreich war für ihn nur als Bundesstaat denkbar, in dem Bund und Länder ihre Aufgaben partnerschaftlich wahrnehmen. Sichtbarer Ausdruck der engen Verbindung Oberösterreichs zur Bundeshauptstadt war die „Pummerin“ - gegossen in der Glockenschmiede St. Florian, gespendet von Oberösterreich für den Wiederaufbau des Stephansdoms in Wien.

Nachhaltige Kulturpolitik

„Die Lebenskraft eines Zeitalters liegt nicht in seiner Ernte, sondern in seiner Aussaat.“ In seiner Kulturpolitik hat Heinrich Gleißner diesen Satz verwirklicht. 22 Jahre war er Kulturreferent. Die Gründung des Stifter Institutes, die  Landesausstellungen, der Umbau des Landestheaters, zahlreiche Stipendien und Preise für Künstlerinnen und Künstler aller Altersgruppen sowie die Initiative zur Gründung des Volksbildungswerks gingen von LH Gleißner aus: ihm war es wichtig die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass sich Kunst und Kultur in Oberösterreich gut entfalten können.

Bildung - eine Säule des Erfolgs

Der Erfolg eines Landes beruht auf vielen Säulen. Ein modernes Schulwesen und Universitäten gehören dazu. Um beides hat sich Heinrich Gleißner für Oberösterreich bemüht. Die Idee zur Gründung einer technischen Hochschule war in Linz seit Kriegsende lebendig. Letztendlich dauerte es 20 Jahre, bis sie verwirklicht werden konnte. Erst 1965 kam es zum Spatenstich für das erste Hörsaal- und Institutsgebäude - Linz und Oberösterreich hatten den Grundstein für ein wissenschaftliches Zentrum gelegt.

Stabile Wirtschaft

Die Wirtschaftspolitik folgte klaren Konzepten: eine marktwirtschaftlich orientierte Politik mit einer starken sozialen Komponente. Es ging darum, Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern, u.a. auch im Fremdenverkehr, den Oberösterreich als erstes Bundesland zeitgemäß geregelt hat. Gleißner hat sich vehement für den Wiederaufbau der Linzer Schwerindustrie eingesetzt, genauso aber für einen leistungsfähigen Mittelstand. Oberösterreich wurde zur dynamischen, exportintensivsten Wirtschaftsregion Österreichs.

Von der Museumsstraße ins "Heinrich Gleißner Haus"

In den ersten sieben Jahren ihres Bestehens hatte die ÖVP verschiedene Parteisekretariate in Linz. Begonnen hat die Parteiarbeit in der Privatwohnung von Dr. Josef Zehetner in der Museumsstraße 18 in Linz, Ende November 1945 übersiedelte die Partei in die Bethlehemstraße, später in die Spittelwiese. Im Dezember 1952 zog die ÖVP in den „Raiffeisenhof“ des Bauernbundes in Linz, Obere Donaulände 7, ein. Neue Mitarbeiter wurden aufgenommen, Schulungsprogramme, vor allem für Gemeindefunktionäre, initiiert sowie Wahlkämpfe geplant und durchgeführt. 1984 ging das Haus in das Eigentum der Landespartei über und wurde seitdem zur modernen Parteizentrale umgebaut.