Betreuungsarchitektur 2040: Oberösterreich denkt Pflege und Betreuung neu und setzt konkrete Maßnahmen
Seit 2021 ist die Sozial- und Pflegepolitik in der Verantwortung der OÖVP. Die Zahlen zeigen: Wir liefern Ergebnisse. So stieg die Anzahl der belegten Betten auf 11.274 (+237). Es gibt mehr abgeschlossene Ausbildungen und mehr Ausbildungslehrgänge. Die Ausgangslage für die Zukunft ist klar: Die Menschen werden älter, Familienstrukturen verändern sich, mehr Menschen leben allein und der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben in den eigenen vier Wänden ist groß. Ein „Weiter wie bisher“ ist daher keine Antwort auf die Herausforderungen der kommenden Jahre.
Oberösterreich hat daher heute die „Betreuungsarchitektur 2040“ vorgestellt. Der Grundsatz für die Ausrichtung der Pflege und Betreuung lautet: So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig.
„Eine gute Betreuung und Pflege ist eine zentrale Zukunftsfrage. Mit der Betreuungsarchitektur 2040 schaffen wir klare Perspektiven für die kommenden Jahre und setzen rechtzeitig die notwendigen Schritte, um Betreuung und Pflege auch in Zukunft auf hohem Niveau sicherzustellen.“
Landeshauptmann Thomas Stelzer
„Wir wollen auch in Zukunft eine gute Pflege sicherstellen, die bedarfsgerecht ist, für den Einzelnen leistbar bleibt und gleichzeitig von der öffentlichen Hand nachhaltig finanziert werden kann. Mit der Pflegestrategie 2040 haben wir dafür einen klaren Plan, und mit der Betreuungsarchitektur 2040 setzen wir einen wesentlichen Baustein, um die Pflege und Betreuung in Oberösterreich weiterzuentwickeln.“
Soziallandesrat Christian Dörfel
„Die Sicherstellung einer guten Pflege und Betreuung ist eine gemeinsame Aufgabe von Land und Gemeinden – und wir stehen zu dieser Verantwortung. Nur wenn wir dieses Zusammenspiel aus persönlicher Vorsorge und einer starken öffentlichen Hand schaffen, wird es gelingen, das hohe Niveau der Pflege und Betreuung in Oberösterreich auch für kommende Generationen nachhaltig zu sichern."
Gemeindebundpräsident Bgm. Christian Mader
Deshalb braucht es neue Antworten
Anzahl älterer Menschen steigt rasant
- Bereits heute leben rund 42.000 Menschen über 85 Jahre in Oberösterreich. Bis 2040 werden es rund 29.000 mehr sein.
- Gleichzeitig verändern sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: Mehr Menschen leben allein, traditionelle Mehrgenerationenhaushalte werden seltener und die zeitlichen Möglichkeiten für familiäre Betreuung verändern sich.
- Dazu kommt: Rund 90 Prozent der Menschen wünschen sich, im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können. Genau hier setzt die Betreuungsarchitektur 2040 an.
Flexibles Baukastensystem für die Regionen
- Gemeinsam mit Städtebund und Gemeindebund wurde ein flexibles „Baukastensystem“ entwickelt. Es bündelt unterschiedliche Pflege- und Betreuungsformen und dient den regionalen Trägern sozialer Hilfe künftig als Grundlage für die Weiterentwicklung der Angebote.
- Im Mittelpunkt steht der Grundsatz: So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig.
- Das bedeutet: Eigenverantwortung, familiäre und nachbarschaftliche Unterstützung sowie professionelle Pflege- und Betreuungsangebote sollen besser zusammenspielen.
- Ziel ist es, Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld zu ermöglichen und gleichzeitig Angehörige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege gezielt zu entlasten.
Die nächsten Schritte
Die Betreuungsarchitektur 2040 ist kein Abschluss, sondern der Start eines langfristigen Entwicklungsprozesses. In den kommenden Monaten werden bestehende Angebote modernisiert, neue Modelle gestartet und digitale Lösungen weiter ausgebaut. Konkret geht es unter anderem um:
- neue Modelle gemeinschaftlicher Betreuung
- den Ausbau wohnortnaher mobiler Versorgung
- Alltagshilfe zur Unterstützung im täglichen Leben
- Kurzzeitbetreuung zur Entlastung pflegender Angehöriger
- Wohnen mit Pflege
- aktivierende Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalten
- digitale Pflegedokumentation und technische Unterstützung
- ein Infoportal und Leitsystem für Pflege und Betreuung
- die Weiterentwicklung der Alten- und Pflegeheime zu Kompetenzzentren
- den neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan für Oberösterreich
Nähere Informationen, eine Übersicht über Projekte und Modelle sowie den Abschlussbericht gibt es unter www.betreuungsarchitektur.ooe.gv.at.
