LH Stelzer: „Wir wollen das Land der Möglichkeiten sein. In Wirtschaftskraft und Lebensqualität.“

LH Stelzer appelliert für verbesserte Rot-Weiß-Rot-Card, Anreize für Vollzeit und mehr Medizinstudienplätze. Klare Absage an Politik der Verbote und technologisches Tunneldenken.

Am Freitag, 14. April lud Landeshauptmann Thomas Stelzer zu „Land der Möglichkeiten“, der zentralen jährlichen Vordenk-Veranstaltung, heuer unter dem Motto „Gemeinsam voran. Gemeinsam für Oberösterreich“.  Vier Impulsgeberinnen und -geber blickten über den Tellerrand und brachten aus der Welt des Profi-Fußballs, des Managements und der Bionik und von oberösterreichischen Weltenbummlern Inputs für die Arbeit für Oberösterreich ein.

Stelzer legte vor den 600 Gästen aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und dem gesellschaftlichen Leben dar, wohin sich Oberösterreich mit seiner Politik der Ergebnisse entwickeln solle:

Gemeinsam voran heißt für uns: Verlässlich voran. Jeden Monat mehr, jedes Jahr weiter. Denn wir wollen das Land der Möglichkeiten sein. In Wirtschaftskraft und Lebensqualität.

Landeshauptmann Thomas Stelzer

Land der Möglichkeiten als sauberster, modernster und lebenswertester Standort

Die zentrale Frage ist laut Stelzer aktuell, was man tun müsse, damit Oberösterreich attraktiv ist und bleibt. „Wenn wir von großen Zielen für unser Land reden, dann heißt das für mich besonders, dass wir die Wirtschaftskraft, die Arbeitsplatzsicherheit und das perspektivenreiche Leben für so viele in die nächsten Jahre hinein sichern und entwickeln. Als einer der saubersten, modernsten, lebenswertesten Industrie-, Produktions- und Arbeitsplatzstandorte Europas und der Welt. Ein Land der Möglichkeiten eben!“

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man alles daran setzen, dass die Wirtschaft die Arbeitskräfte findet, die sie so dringend brauchen. Dabei gehe es auch um gesteuerten Zuzug qualifizierter neuer Mitarbeiter:

Hier müssen wir besser werden und gezielter vorgehen. Wir brauchen hier auch mehr Vereinbarungen mit möglichen Herkunftsländern und es muss auch die Rot-Weiß-Rot-Karte weiter verbessert und vereinfacht werden.

Landeshauptmann Thomas Stelzer

„Wir wollen das Kinderland Nummer 1 werden!“

Eine klare Ansage findet Landeshauptmann Stelzer zum Thema Kinderbetreuung: „Die Öffnungszeiten sollen weiter ausgebaut, die Gruppengrößen gesenkt werden. Gemeinsam mit den Gemeinden, die vor Ort einen klaren Blick auf den Bedarf haben, gehen wir diesen Weg und wollen unser Ziel erreichen: Oberösterreich soll zum Kinderland Nummer 1 werden.“

 

„Wer Vollzeit arbeitet, für den soll es sich auch auszahlen!“

Stelzer stellte fest, dass der große Trend zu Teilzeitarbeit nicht zu übersehen sei und man berücksichtigen müsse, dass viele auch gar nicht anders können als Teilzeit zu arbeiten. Pflege, Schulen, Wirtschaftsleben und Verwaltung am Laufen zu halten, gehe aber nur, „wenn alle in Summe genug arbeiten und vor allem, wenn die Allermeisten auch Vollzeit arbeiten. Daher braucht es neue Anreize. Wer Vollzeit arbeitet, für den soll es sich auch auszahlen!“, appelliert Stelzer und ergänzt, dass es sich für Pensionisten, die sich im Ruhestand einbringen wollen, ebenso auszahlen müsse. Denn für Stelzer ist klar: „Wer bereit ist, mehr zu leisten, muss unsere Unterstützung und Anerkennung erhalten.“

 

Aufstockung der Medizinstudienplätze und Aufbau der Digitaluniversität

Mit Blick auf das Gesundheitssystem drängt Stelzer auf eine schnelle Aufstockung der Medizinstudienplätze: „Es ist unverständlich, wenn jedes Jahr tausende Studieninteressierte vergeblich auf einen Studienplatz hoffen – und uns gleichzeitig die Ärzte ausgehen.“ Zudem müsse es noch besser gelingen, jene, die keinen Medizinstudienplatz erhalten, für einen Pflege- oder Gesundheitsberuf zu begeistern.

Die neue Digitaluniversität ist für den Landeshauptmann „dringend notwendig, damit wir und die nächste Generation das Zeitalter der Digitalisierung nicht nur erleben oder gar erleiden, sondern entscheidend mitgestalten. Und ich vertraue den Beteiligten, dass sie um ihre große Verantwortung wissen und mit aller Kraft daran arbeiten, damit aus dem schwierigen Start ein strahlender Leuchtturm für unsere nächste Generation wird“, so Stelzer. Nach dem bereits präsentierten Ausbau des internationalen Bildungsangebotes in Oberösterreich, stehe ein weiterer großer Wurf mit der Chance auf eine neue Digitalisierungs-AHS unmittelbar bevor.

 

Klimaschutz: „Oberösterreich muss Wasserstoffreich sein und werden.“

Um bei der Forschung im Wasserstoffbereich in die Breite zu kommen, appelliert Stelzer eindringlich, dass der Transformationsfonds, den die Bundesregierung dem Klimaministerium zur Verfügung gestellt hat, jetzt rasch in die Gänge kommen soll. „Oberösterreich muss Wasserstoffreich sein und werden. Und wir brauchen internationale Kontakte und Vereinbarungen, um uns die große Menge an grünen Wasserstoff zu sichern und um weder in diesem Fall und auch sonst nie mehr wieder in eine einseitige Abhängigkeit (Stichwort: russisches Gas) zu kommen“, so Stelzer weiter.

Dahingehend sei auch Technologieoffenheit wichtig, denn man müsse der Wissenschaft und den Unternehmen ermöglichen, dass sie in alle Richtungen forschen und entwickeln können. „Ich bin gegen eine Politik der Verbote und gegen ein technologisches Tunneldenken. Wir müssen offen sein für die besten Entwicklungen, die uns am effizientesten zum Ziel führen“, so Stelzer.

 


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Inputs von Impulsgeberinnen und Impulsgebern:

Werner Zöchling, Teamentwickler im Profi-Fußball, strich hervor, dass es wichtig ist, als Team gemeinsame Regeln zu erarbeiten, doch „die Regeln dürfen nicht nur auf Papier stehen, sondern müssen auch gelebt und verinnerlicht werden“, betonte Zöchling mit Blick auf Führungskräfte. Wichtig sei in der Führung vor allem die Wertschätzung von Menschen: „Wenn man mit Menschen arbeitet, ist das wichtigste, dass man Menschen mag, wertschätzt und eine positive Einstellung hat“, so Zöchling in seiner Keynote.

Managementbionik-Autor Dr. Matthias Nöllke regte an, Strategien in Sachen Teamwork und Teambuilding von der Natur zu lernen. In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen zog Nöllke Lehren aus der Evolutionsgeschichte: „Wir haben es gerade jetzt mit komplexen Problemen zu tun, wie wir heute gehört haben. Um diese Herausforderungen anzugehen, brauchen wir mehr Kooperation, denn am Ende zeigt sich: Wir alle sind Teil eines Superorganismus unseres Planeten.“

Naturfilmerin und Moderatorin Birgit Peters regte an, die südafrikanische Lebensphilosophie des „Ubunutu“ ein Stück weit in den Alltag einfließen zu lassen. Ubuntu steht sinngemäß für die Verbundenheit der Menschen miteinander. Ein Mensch werde demnach zum Mensch durch andere Menschen. „Diese Konzept erinnert uns daran, dass wir nicht nur Einzelpersonen sind, sondern immer Teil einer großen Gemeinschaft“, so Peters. Auch in der Wirtschaft sei es wichtig, gemeinsam zu Entscheidungen zu kommen und gemeinsam zu wachsen, denn „wenn du schnell gehen willst. geh allein – wenn du aber weit gehen willst, geh gemeinsam“, strich Peters hervor.

Segler und Photovoltaik-Entwickler Michael Puttinger appellierte, für die Erreichung von Zielen die Sehnsucht im Team zu wecken aber immer auch offen zu bleiben: „Wenn man beim Erreichen von Zielen ständig in eine Richtung blickt, merkt man oft gar nicht, dass einem eine Strömung vom Kurs abbringt.“ Umso wichtiger sei es daher auch mal auf die Seite und nach hinten zu blicken: „Mit einem Blick zurück kann man korrigierend eingreifen, den Kurs anpassen und so wieder das Ziel erreichen.“


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