Servicefalter "Steuertipps für ArbeitnehmerInnen und Pensionisten"

Generelle Informationen zum Thema Steuertipps für Arbeitnehmer finden Sie in unserem Servicefalter "Steuertipps für ArbeitnehmerInnen und Pensionisten" bzw. "Arbeitsrecht für Arbeitnehmerinnen". Diesen können Sie entweder hier, per Mail an service(at)ooevp.at oder unter +43 732 7620-226 bestellen.


Einleitung

  •  Bei der Arbeitnehmerveranlagung (ehemals Jahresausgleich) wird vom Finanzamt die Lohnsteuer neu berechnet und einige Freibeträge – wie Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen (steuermindernde Ausgaben) und gewisse Absetzbeträge berücksichtigt. Diese speziellen Ausgaben  senken dann die Lohnsteuerpflicht.
  • Die Arbeitnehmerveranlagung kann fünf Jahre zurück geltend gemacht werden und ist auch online unter (finanzonline.bmf.gv.at/fon/) möglich. 
  • Nach Einbringung der Arbeitnehmerveranlagung bekommt der Steuerpflichtige einen Einkommensteuerbescheid vom Finanzamt zugestellt. Gegen diesen Bescheid kann innerhalb von einem Monat Beschwerde erhoben werden.

Freiwillige und verpflichtende Arbeitnehmerveranlagung

Freiwillige Arbeitnehmerveranlagung: 

Wer eine Lohnsteuergutschrift erwartet, kann von sich aus beim Finanzamt die Arbeitnehmerveranlagung einreichen. Eine Lohnsteuergutschrift ist normalerweise in folgenden Fällen zu erwarten:

  • Wenn Sie während des Jahres unterschiedlich hohe Bezüge erhalten haben und die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber keine Aufrollung durchgeführt hat.
  • Wenn Sie während des Jahres die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber gewechselt haben oder nicht ganzjährig beschäftigt waren.
  • Wenn Sie aufgrund der geringen Höhe Ihrer Bezüge Anspruch auf "Negativsteuer" (Steuergutschrift) haben.
  • Wenn Sie Anspruch auf den Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag oder auf ein Pendlerpauschale haben, der oder das bei der laufenden Lohnverrechnung nicht berücksichtigt wurde.
  • Wenn Sie Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen, die noch nicht in einem Freibetragsbescheid berücksichtigt wurden.

Verpflichtende Arbeitnehmerveranlagung: 

Unter folgenden Voraussetzungen müssen Sie eine Arbeitnehmerveranlagung (Pflichtveranlagung) durchführen (Arbeitnehmerveranlagung – Antrag – L1):

Wenn Ihr Einkommen im Jahr 2015 11.000 Euro übersteigt und folgende Punkte zutreffen:

  • Wenn der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag oder der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt worden ist, die Voraussetzungen aber nicht vorliegen.
  • Wenn Sie im Kalenderjahr zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen haben, die beim Lohnsteuerabzug nicht gemeinsam versteuert wurden (z.B. Firmenpension neben ASVG-Pension).
  • Wenn Sie ein Pendlerpauschale zu Unrecht oder in unrichtiger Höhe in Anspruch genommen haben oder Ihrer Meldepflicht über die Änderung der Verhältnisse nicht nachgekommen sind.
  • Wenn Sie unrichtige Angaben für die Steuerbefreiung von Kinderbetreuungskosten abgegeben haben oder Ihrer Meldepflicht über die Änderung der Verhältnisse nicht nachgekommen sind.
  • Wenn Sie den Freibetragsbescheid 2015 bei Ihrem Dienstgeber abgegeben haben.

Für die Arbeitnehmerveranlagung hat der Steuerpflichtige dieses Formular L1 „Erklärung zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung“ vollständig und wahrheitsgetreu auszufüllen. Das Formular L1 ist beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Zuständig ist das Finanzamt des Wohnsitzes des Steuerpflichtigen. 


Erhöhter Pensionistenabsetzbetrag und Begräbniskosten

Erhöhter Pensionistenabsatzbetrag:

Betrag: 764 Euro pro Jahr

Anspruch: Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher

Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag steht zu, wenn:

  • die laufenden Pensionseinkünfte 19.930 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen (= 1.750 Euro brutto monatlich)
  • mehr als sechs Monate im Kalenderjahr eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft besteht und die Ehepartner oder eingetragenene Partner nicht dauernd getrennt leben,
  • die Ehepartnerin oder der Ehepartner oder die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner Einkünfte von höchstens 2.200 Euro jährlich erzielt hat und kein Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag besteht.

Dieser Absetzbetrag vermindert sich gleichmäßig einschleifend zwischen zu versteuernden laufenden Pensionseinkünften von 19.930 Euro und 25.000 Euro auf Null.

Bebräbniskosten:

Kosten eines würdigen Begräbnisses können, sofern sie nicht durch Nachlass gedeckt sind, im Ausmaß von bis zu € 5.000 als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Zusätzlich sind die Kosten eines Grabsteines in der Höhe von bis zu € 5.000 abzugsfähig. Nicht absetzbar sind hierbei Kosten für Trauerkleidung, die Kosten für Grabpflege.


Pendlerpauschale

Grundsätzlich sind die Fahrtkosten für den Arbeitsweg mit dem Verkehrsabsetzbetrag von 291 € abgegolten, der mit der Lohnabrechung automatisch berücksichtigt wird. Zusätzlich können ArbeitnehmerInnen unter bestimmten Voraussetzungen aber auch das kleine oder das große Pendlerpauschale und ab 2013 auch einen "Pendlereuro" geltend machen. Dabei kommt es unter anderem auf die Entfernung des Wohnorts zur Arbeit und die verfügbaren Verkehrsmittel an. Nähere Informationen darüber finden Sie hier


Servicefalter "Steuertipps für ArbeitnehmerInnen und Hochwasserbetroffene"

Generelle Informationen zum Thema Hochwasserbetroffenheit finden Sie in unserem Servicefalter "Steuertipps für ArbeitnehmerInnen und Hochwasserbetroffene". Diesen können Sie entweder hier, per Mail an service(at)ooevp.at oder unter +43 732 7620-226 bestellen.