OÖVP fordert vor Start des Anstellungsmodells für pflegende Angehörige im Behindertenbereich umgehende Klärung

Von Aufnahmekriterien und arbeitsrechtlichen Fragen sowie Evaluierung der Folgewirkungen im Sinne der Konzeption neuer Unterstützungsangebote.

Nach drei wesentlichen Adaptierungen im Zuge der heutigen Beschlussfassung in der Landesregierung trägt die OÖVP das Modell einer Anstellung pflegender Angehöriger im Behindertenbereich mit. OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer betont gleichzeitig aber, dass schon im Rahmen der jüngsten Landtagsberatungen klargestellt worden sei, dass ein Anstellungsmodell in Oberösterreich primär im Bereich der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung zur Anwendung kommen soll. „Die heute im Zuge des Regierungsbeschlusses festgelegten Start-Voraussetzungen für den Bereich der Behindertenbetreuung müssen nun von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer umgehend in die Wege leitet werden!“, unterstreicht Hattmannsdorfer.

 

OÖVP verlangt drei Adaptierungen im Modell

So müsse es erstens klare Aufnahmekriterien geben, gemäß denen Angehörige in den Status der Alltagsbegleitung aufgenommen werden sollen, speziell auch mit Blick auf eine über der angepeilten Zahl von 30 liegenden Bewerbungen. Zweitens, müssten nach Ansicht der OÖVP durch ein Experten-Gutachten nun umgehend offene arbeitsrechtliche Fragen geklärt werden. Und drittens, tritt die OÖVP dafür ein, das Anstellungsmodell im Behindertenbereich nur als einen möglichen Schritt bei der Adaptierung der Betreuungsangebote zu betrachten und demzufolge im Zuge einer Evaluierung die Folgewirkungen auszuloten und neue Betreuungsformen anzudenken.

 

Modell würde in der Altenbetreuung schnell an seine Grenzen stoßen

Mit dem heutigen Beschluss muss nun Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer die noch ausständigen Startbedingungen für das Anstellungsmodell im Behindertenbereich klären“, so OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer. Was eine Anwendung des Modells im Bereich der Altenbetreuung anbelangt, bleibt die OÖVP skeptisch: „Erfahrungen im Bereich der Altenbetreuung   haben im Burgenland nämlich gezeigt, dass arbeitsrechtliche Fragen sowie Fragen der Betreuung außerhalb der regulären Dienstzeiten ein Anstellungsmodell schnell an Grenzen stoßen lassen. Daher sehen wir den Weg in die Zukunft eher in der bestmöglichen Unterstützung pflegender Angehöriger innerhalb der derzeitigen Systematik“, schildert Hattmannsdorfer. So trete die OÖVP beispielsweise dafür ein, im Zuge der Bundes-Pflegereform einen Pflege-Daheim-Bonus (Aufzahlung auf das Pflegegeld) einzuführen, bei der Pflegegeld-Einstufung eine Demenz-Erkrankung höher zu bewerten und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige bereitzustellen, um ihnen Phase der Entspannung verschaffen zu können.