Ausblick für die Wirtschaft in Oberösterreich 2022

Im neuen Jahr fordert uns das Corona-Virus weiter und verlangt uns allen viel ab. Wir richten unseren Blick aber gleichzeitig auch in Richtung Zukunft. Denn es ist die Verantwortung der Politik nicht nur Antworten für heute, sondern auch für morgen und übermorgen zu geben. Bei Herausforderungen wie dem Schutz des Klimas, der Transformation der Wirtschaft oder der Pflege gilt es heute schon an morgen zu denken.

Der wirtschaftspolitische Jahresauftakt der OÖVP steht daher unter einem klaren Zeichen: Wir wollen am Weg aus der Krise die Chancen des Klimawandels für Oberösterreichs Wirtschaft und Beschäftigung nutzen, um europäische Spitzenregion durch Klimaschutz mit Hausverstand zu werden.

Daher wurden zu diesem Ausblick auf die Oberösterreichische Wirtschaft zwei renommierte Experten eingeladen, ihre Expertisen einzubringen.
Dr. Josef Baumgartner (WIFO, Senior Economist) gab einen tagesaktuellen Ausblick auf die Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, inklusive Omikron-Szenario.
Dr. Stefan Fink (Chief Economist KPMG Österreich) präsentierte die Ergebnisse einer Studie zu Chancen und Potenzialen des Klimaschutzes für den Standort Oberösterreich.


Vorreiter in Beschäftigung und Forschung

Das vergangene Jahr hat unseren Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen gestellt. Dennoch ist es gelungen, in sieben von zwölf Monaten die geringste Arbeitslosigkeit aufzuweisen und mit 5,0 Prozent im Jahresschnitt die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer zu haben. Es waren teilweise sogar mehr Menschen in Beschäftigung als jemals zuvor.

Landeshauptmann Thomas Stelzer 

Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht Oberösterreich gut gerüstet für 2022. Oberösterreichs Unternehmen sind dabei auch am internationalen Parkett erfolgreich. Mit 4,2 Mrd. Euro erzielten Oberösterreichs Unternehmen im ersten Halbjahr 2021 den höchsten Exportüberschuss aller Bundesländer. Mit 21 Mrd. Euro stammt mehr als ein Viertel aller rot-weiß-roten Exporte aus Oberösterreich.


Wir wollen europäische Spitzenregion durch Klimaschutz mit Hausverstand werden

„Beim Weg zurück aus der Krise gilt es jetzt, den Klimawandel als Chance zu sehen und uns zu einer europäischen Spitzenregion durch Klimaschutz mit Hausverstand zu entwickeln. Wir sehen es als unsere Verantwortung, mithilfe technologischer Innovationen und öffentlicher Investitionen klimafreundliche Produktion in Oberösterreich weiter zu forcieren“, gibt Stelzer als Schwerpunkt für das neue Jahr vor.

Das mittelfristige Ziel ist im Regierungsübereinkommen klar festgelegt:
Bis 2040 soll Oberösterreich ein klimaneutraler Produktions- und Lebensraum werden.


Wirtschaftskraft und Umweltschutz sind in der DNA Oberösterreichs
„Wirtschaftskraft und Umweltschutz sind feste Bestandteile der DNA Oberösterreichs. Wir haben daher die besten Voraussetzungen, um europaweit voranzugehen und uns klar abzuheben“,
steht für Stelzer fest. Er sieht Oberösterreich dabei auf einem guten Weg: So sind die Treibhausgas-Emissionen pro Wirtschaftseinheit seit 2000 laut den neuesten Daten des Umweltbundesamtes um fast die Hälfte zurückgegangen (2000-2019 um -47,1 Prozent). „Das ist auch der weitere Weg: Wachsen und gleichzeitig sauberer werden. Wir müssen weiter wachsen, denn Wachstum heißt Wohlstand und soziale Absicherung. Wir wollen dabei aber auch noch sauberer werden“, betont Stelzer und verweist auf die dahingehenden Investitionen Oberösterreichs im Jahr 2022 in den Klimaschutz in Höhe von insgesamt 449 Mio. Euro:

  Öffentlicher Verkehr: rund 196 Mio. Euro

  Energiewirtschaft und erneuerbare Energien: rund 11 Mio. Euro

  Wohnungsneubau und Wohnhaussanierung: rund 225 Mio. Euro

  Agrarumweltprogramme: rund 17 Mio. Euro

 

Das Voranschreiten der Digitalisierung, die technologische Entwicklung und der Klimawandel sorgen auch für tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt.  Es ist uns ein besonderes Anliegen, die bestehenden Arbeitsplätze zukunftsfit zu machen, Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und so die Chancen der Digitalisierung optimal zu nutzen.

Landeshauptmann Thomas Stelzer

Als Forschungs-Nummer 1: Schwerpunkt auf Klima-Innovationen legen

„Es gilt jetzt, die Transformation der Produktion weiter voranzutreiben und dabei die Produktion als Schlüsselfaktor für Wohlstand, Arbeitsplätze und Krisenresistenz zu erhalten. In nur 10 Jahren ist Oberösterreichs Forschungsquote um 40 Prozent gestiegen. Damit sind wir bundesweite Forschungs-Nummer 1“, bilanziert der Landeshauptmann.

So liegt die aktuelle Forschungsquote 2019 (Anteil Ausgaben Forschung und Entwicklung am BIP) bei 3,49 Prozent (2009: 2,49 Prozent). In Summe entfallen auf OÖ 22,7 Prozent der mit 17.998 in Forschung und Entwicklung tätigen Personen Österreichs sowie mit 2,1 Mrd. Euro 24,1 Prozent der österreichweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (Statistik Austria).

"Wir wollen technologisch immer schon dort sein, wo andere erst hinwollen. Dahingehend ist die Technische Universität für Digitalisierung ein Schlüsselprojekt: Sie wird für einen kräftigen Innovationsschub sorgen und gleichzeitig Fachkräfte der Zukunft hervorbringen" ist Stelzer überzeugt.


Wichtig sind die Themen Energiewende und Ausbau der Kapazitäten. Der Schlüssel zur erfolgreichen Transformation liegt in der Reduktion des Energieverbrauchs, der Erhöhung der Energieeffizienz und dem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energieformen.

Dr. Stefan Fink


Ab Q2-2022 dürfte sich die Wirtschaft durch Aufholeffekte nach der Aufhebung von COVID-bedingten Einschränkungen (Lockdown 4) bzw. dem Überwinden von Personalausfällen durch Krankenstände und Quarantäne wieder rasch erholen. Ab dem Sommer sollte das Nachlassen von Produktionshemmnissen durch Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten auch die Güter- und Bauproduktion und industrienahe Dienstleistungsbereiche stärken.

Dr. Josef Baumgartner


Hier das Oberösterreich-Gespräch zum Nachsehen: